Unerwarteter Punktgewinn

Ein unerwarteter, aber wichtiger Punktegwinn in Eberstalzell: Gegen den Tabellendritten Scharnstein schrammten die Leonfeldner Sternbuam bei der Auswärtsrunde am Sonntag nur knapp an einer Sensation vorbei. Im Duell mit Tabellenführer Esternberg war nichts zu holen.

 

SG Scharnstein/Eberstalzell – Union Bad Leonfelden 2:3 (18:25, 25:17, 25:13, 23:25, 15:12)

Als klarer Außenseiter ging das Leonfeldner Volleyball-Team in die Partie gegen die Spielgemeinschaft Scharnstein/Eberstalzell. Nicht in Besetzbesetzung und deshalb ohne Erfolgsdruck spielten sich die Gäste aus der Kurstadt schnell einen überraschenden 7-Punkte-Vorsprung heraus. Der vermeintlich beste Block der Liga konnte sich zu Beginn schlecht auf die druckvollen Leonfeldner Angriffsvarianten – vor allem über die Außenpositionen – einstellen. Auch die gegnerischen Annahmereihen war im ersten Satz sehr fehleranfällig. Im Gegensatz dazu gelang der UBL fast alles: Stimmung, Einsatzwillen, Präzision und die notwendige Power in den Angriffen stimmten, dazu kam in manchen Situationen das nötige Quäntchen Glück. Durch eine starke Sprungservice-Serie kamen die Gegner nur kurzfristig in den Satz zurück. Danach machten die Leonfeldner den Sack zu und holten sich Durchgang eins mit 25:18.

Mit viel Wut im Bauch startete Scharnstein in den zweiten Satz. Die Heimmannschaft zeigte jetzt, warum sie in der 1. Landesliga zu den Top-Teams gehört. Der Block stand besser und auch in Angriff und Verteidigung legten sie eine Schippe drauf. Ihre Angriffe verlagerten sie zunehmend in die Mitte – mit Erfolg. Der Satz blieb trotzdem lange Zeit offen, Scharnstein konnte sich erst durch eine längere UBL-Schwächephase nach der zweiten technischen Auszeit klar absetzen und spielte so den Satz souverän nach Hause (25:17). Mit einer neuen Aufstellungsvariante startete Bad Leonfelden in Durchgang drei. Ein teilweise nicht vorhandener Block und für diese Partie bislang ungewohnte Konzentrationsfehler in der Annahme verunsicherten die Gäste komplett, der Gegner hatte in dieser Phase leichtes Spiel. Einbahnstraßen-Volleyball: 13:25 – Ein Satz, den es schnell abzuhaken galt.

In Satz vier waren die „Sternbuam“ wieder zurück in der Spur – es entwickelte sich ein spannendes Hin-und-her, in dem sich bis zum Ende kein Team klar absetzen konnte. Die Leonfeldner rochen die Chance auf einen Entscheidungssatz und damit zumindest auf einen Punkt. Kuriose Szene: eine missglückte Annahme der UBL führte dazu, dass sich die Leonfeldner Volleyballer kollektiv gegenseitig (natürlich nur in bester Absicht) über den Haufen liefen, sodass zwar der Ball noch irgendwie übers Netz kullerte, dafür aber quasi kein Spieler mehr auf den Beinen war. Scharnstein dürfte vom Bild der sechs Sternbuam „auf dem Präsentierteller“ überfordert gewesen sein – quasi ein Elfmeter ohne Tormann. Sie schafften es nämlich nicht, den Ball im Feld unterzubringen. Ein Satz auf Augenhöhe ging schlussendlich an die UBL – Raphi „Slamdunk“ Hans versenkte mit Übersicht einen zweiten Ball im rechten hinteren Eck zum 25:23.

Wie schon in der gesamten laufenden Saison brachte auch dieses Mal der fünfte Satz für die UBL kein Glück. Das Spiel gestaltete sich lange Zeit offen und auf hohem Niveau, mit einer 8:7-Führung für Bad Leonfelden wechselten die Teams die Seiten. Die Kurstädter verloren dennoch den Entscheidungssatz knapp mit 12:15. Am Ende machten vielleicht auch Vorteile in taktischer Cleverness und technischer Beschlagenheit den kleinen, feinen Unterschied aus. Die Rufe nach einem Mentalcoach werden jedenfalls bei den Sternbuam immer lauter.

 

Union Bad Leonfelden – VC Esternberg 0:3 (14:25, 18:25, 13:25)

Nach dem knappen 3:2 Sieg des Liga-Krösus aus Esternberg gegen Scharnstein, rechneten sich auch die Leonfeldner Chancen aus, mitzuspielen und vielleicht sogar einen Satz für sich zu entscheiden. Das Duell Hans- gegen Hofmann-Brüder konnte aber von Beginn an nicht ungleicher sein. Müde wirkende Leonfeldner waren in keiner Phase des Spiels ebenbürtig. Die gewohnt lautstarken Esternberger zeigten eindrucksvoll vor, wie man konzentriert – auch nach einer anstrengenden 5-Satz-Partie – ohne Schwächephasen drei Sätze lang auf einem soliden Niveau Volleyball spielen kann. Mit sehr unangenehmen, schnellen Varianten über die Mitte, dem richtigen Händchen auf den Außenpositionen und einem druckvollen Service war nach drei kurzen Sätzen Schicht im Schacht. Auch frischer Wind von der Bank änderte nichts an der Überlegenheit des Tabellenführers. Die Angriffe des Schärdinger Teams waren an diesem Tag nicht zu verteidigen, sie selbst hatten in der Annahme trotz niedriger Halle immer alles im Griff.

Fazit: Ein Blick auf die aktuelle Tabelle zeigt: Dieser eine gewonnene Punkt könnte noch sehr wichtig werden. Vorab durfte man nicht damit spekulieren, von diesem Ausflug nach Eberstalzell Zählbares mitzunehmen. Dennoch bleibt ein bitterer Beigeschmack: Fünfte Sätze sind heuer, wie es scheint, milde gesagt, nicht die große Stärke der UBL zu sein. Vielleicht hat aber nach der Freude über den sicheren Punkt der letzte Biss für die Sensation gefehlt. Fakt ist auch, dass man sich von den Stimmungskanonen aus Esternberg eine große Scheibe abschneiden kann, besonders was Konstanz, letzten Willen und Teamgeist betrifft.

Positiv: Hut ab vor unseren Mittelblockern Simon und Oliver: Sie hatten an diesem Tag keinen leichten Stand: In der Mitte war gegen die Block-Übermacht Scharnstein nicht viel zu holen, gegen die Esternberger Schnellangriffe war leider auch kein Kraut gewachsen. Dennoch nutzen sie ihre wenigen Gelegenheiten und verrichteten die „Drecksarbeit“ in der Mitte weitgehend unaufgeregt.

Volle Konzentration gilt jetzt den kommenden Duellen mit Liga-Nachbarn wie ADM, Kremstal Volley oder VBC Steyr 2. Punkte sind Pflicht.

Bericht: Johannes Grüner