UBL verpasst Befreiungsschlag

Im Gegensatz zum Heiligen Abend werden in der 1. Landesliga normalerweise nicht viele Geschenke verteilt. In der vergangenen Meisterschaftsrunde am 9. Dezember wären drei Punkte für die UBL quasi mit Mascherl in der Dreifach-Sporthalle in Lenzing bereit gelegen, doch den Sternbuam ging nach einer 2:0-Führung gegen ADM Linz/Rohrbach im wahrsten Sinne des Wortes die Luft aus. So konnte man von der Auswärtsrunde wieder nur einen mageren Punkt mitnehmen.

 

Attersee Volleys – Union Bad Leonfelden 3:0 (25:21, 25:19, 25:11)

Die Kräfteverhältnisse waren vor dem Anpfiff im Spiel gegen die Heimmannschaft Attersee Volleys klar abgesteckt: Die Hausherren, gespickt mit ehemaligen Bundesliga-Spielern, zeigten mit starken Leistungen im Herbst, dass sie in dieser Saison um den Meistertitel mitspielen können. Die UBL steht am vorletzten Tabellenplatz und blieb bislang deutlich unter ihren Möglichkeiten. Mit 11 Spielern traten die Mannen aus der Kurstadt die Reise nach Lenzing an, um wichtige Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln.

Ester Satz: Bis zur zweiten Auszeit konnten die Leonfeldner zumindest mithalten. Erfolgreiche Angriffe gelangen meist über die Außenpositionen, die Verteidigung agierte solide, gute Annahmen machten ein variables Spiel möglich. Am Ende hatten aber doch die Gastgeber die Nase vorne. Ein Satz geprägt von vielen Fehlservices auf beiden Seiten ging mit 25:21 an das Team mit den gewohnt geschmackvollen Neon-Stirnbändern.

Auch im zweiten Satz spielten die „Sternbuam“ lange mit, wobei man immer das Gefühl hatte, Attersee könne jederzeit einen Gang höher schalten. Das Heimteam machte den Gästen vor allem über das Service das Leben schwer. Eine 7 Punkte andauernde Sprungservice-Serie zog den Leonfeldnern früh den Nerv. Mit sehenswerten Blockpunkten und dem richtigen Händchen im Angriff gelang der UBL nur kurzfristig ein Comeback. Die Atterseer zogen gegen Ende mit druckvollen Angriffen über fast alle Positionen – auch aus dem Hinterraum – wieder davon, der Satz endete 25:19. Auch mit frischen Kräften von der Bank gelang es im dritten Durchgang nicht, dem Spiel noch eine andere Richtung zu geben. Der 3:0-Sieg der Gastgeber ging absolut in Ordnung.

 

Union Bad Leonfelden – ADM Linz/Rohrbach 2:3 (25:19, 25:22, 24:26, 16:25, 8:15)

Gegen das im Tabellen-Mittelfeld angesiedelte Team ADM Linz/Rohrbach sollte aus Sicht der Leonfeldner der Frust der letzten knappen Niederlagen mit einem Sieg abgebaut werden. Die Voraussetzungen hätten nicht besser sein können: Die Linzer musste an diesem Tag auf wichtige Stammkräfte, darunter auch auf den nominellen Zuspieler, verzichten. Die UBL startete furios in den ersten Satz, ein ums andere Mal gelangen druckvolle Angriffe, Einstellung und Ordnung in der Formation stimmten. Das optische Übergewicht der UBL machte sich allerdings erst ab Mitte des Satzes auch auf der Anzeigetafel bemerkbar. Raphi Hans und Wolfi Rechberger auf den Außenpositionen und vor allem Vinzenz Holzer auf der Diagonalposition konnten in dieser Phase Lufthoheit und körperliche Überlegenheit in sehenswerte Angriffe ummünzen. Der erste Satz ging verdient mit 25:19 an die UBL. ADM kam dann aber im zweiten Satz spürbar besser ins Spiel, während Bad Leonfelden nicht ganz an die Leistung des ersten Satzes anschließen konnte. Mit 25:22 spielten die Sternbuam einen spannenden Satz dennoch knapp nach Hause.

„Jetzt haben wir sie gebrochen“ war kurz vor Beginn des dritten Satzes im Kreise der Leonfeldner Volleyballer zu hören. Falsch gedacht: Die Linzer starteten besser und entschlossener in den dritten Durchgang und holten aus ihren spielerischen Möglichkeiten das Optimum heraus. Das Spiel der Leonfeldner hingegen wurde zunehmend durchsichtiger. Zeitweise war ADM in diesem Satz mehr als fünf Punkte in Front, erst gegen Ende des Satzes kam Leonfelden wieder in die Spur, beim Stand von 24:24 schien die Wende geschafft. Den Deckel machten aber dann doch die Linzer drauf: der dritte Durchgang endete 24:26.

Der stetige, leichte Abwärtstrend der Leistungskurve bei den Sternbuam seit dem ersten Satz geriet in den Sätzen 4 und 5 zu einer regelrechten Talfahrt. Taktisch clevere Linzer verwickelten die Leonfeldner in lange, kräftezehrende Ballwechsel, sowohl die körperlichen als auch geistigen Akkus waren quer durch die UBL-Formation schnell aufgebraucht. Großteils harmlose Services nahm ADM dankend an. Aus „geschenkten“ Bällen konnte die UBL im Gegensatz kaum noch Zählbares herausholen. Zu oft gingen Angriffe genau über jene Positionen, wo die Stahlstädter bereits einen Zweierblock formiert hatten. ADM nahm die Bälle früh, ersparte dem „routinierten“ Zuspieler lange Wege und konnte so das gewohnt giftige Spiel aufziehen. Nach der klaren Niederlage im 4. Satz (16:25) war die Stimmung bei Bad Leonfelden endgültig im Keller. Obwohl man heuer schon einige 5-Satz-Partien knapp verloren hatte, tat diese Niederlage besonders weh. Einen klaren Vorsprung gegen ersatzgeschwächte Linzer noch aus der Hand zu geben – bitterer konnte der Spieltag kaum laufen. Satz 5 ging mit 8:15 klar verloren.

 

Fazit: Man könnte an diesem Tag viele Schwachpunkte im Spiel der UBL aufzählen. Abgesehen von konditionellen Schwächen wurde den Sternbuam aber besonders das statische Spiel zum Verhängnis. Bei Attersee und ADM war im Vergleich viel mehr Bewegung im Spiel mit, aber vor allem auch ohne Ball zu sehen. Die UBL brauchte oftmals 4 bis 5 Punkte oder ein Fehlservice des Gegners, um sich aus misslichen Lagen zu befreien. Jetzt gilt es die Wunden zu lecken, den Druck aus der aktuellen Situation zu nehmen und im neuen Jahr in der Landesliga wieder voll anzugreifen.

 

Bericht: Johannes Grüner