UBL behält im Abstiegsduell die Nerven

Unglaublich aber wahr: Mit dem erst zweiten Sieg in 16 Partien schafften die Volleyballer der Union Bad Leonfelden knapp aber doch den Verbleib in der 1. Landesliga. Gegen den Tabellenführer VC Esternberg blieben die Sternbuam in der letzten Runde des Grunddurchgangs zunächst chancenlos. Im direkten Duell um den rettenden siebten Platz setzte sich die UBL gegen Kremstalvolley mit einer starken Leistung durch.

 

VC Esternberg : Union Bad Leonfelden 3:0 (29:27, 25:18, 25:21)

In der berüchtigten Esternberger Halle gingen die Leonfeldner im ersten Satz trotz Startschwierigkeiten und einem 8:1-Rückstand beherzt ans Werk. Vor allem Florian Rauch machte in seiner neuen Rolle als Zuspiel-Joker richtig gute Figur. Die Esternberger übten zwar mit schnellem, präzisem Spiel großen Druck aus, streuten aber auch immer wieder Servicefehler ein. Trotz Experimenten in der Aufstellung gelang es den Leonfeldnern mit häufig aus der Not geborenen, aber effektiven Angriffen den ersten Durchgang eng zu gestalten. Am Ende hatte die UBL sogar mit einem Satzball die Chance auf eine echte Überraschung. Ein spannender erster Satz endete 29:27 zugunsten des VCE. Mit leicht angezogener Handbremse gewann der Tabellenführer auch die zwei darauffolgenden Sätze – kein besonders überraschendes Ergebnis und deshalb für die Leonfeldner auch verkraftbar. An diesem Tag konzentrierte sich ohnehin alles auf das direkte Duell mit KremstalVolley.

 

Union Bad Leonfelden: KremstalVolley 3:1 (25:17, 25:17, 19:25, 25:18)

Was die UBL an den meisten Spieltagen dieser Saison vermissen hat lassen, war im Aufeinandertreffen mit den Kremstalern von Beginn weg zu sehen: viele direkte Blockpunkte, reaktionsschnelle Verteidigung, bewegliches Spiel und konsequent zu Ende gespielte Angriffe. Schnellzüge über die Mitte funktionierten so gut und effizient wie schon lange nicht mehr, über die Außenposition wurde gnadenlos durchgezogen und klug ausgeschupft. Der extra nach Esternberg angereiste Sektions-Präsident Bernhard Kastner sah ein Team ohne wirkliche Schwachstelle, alle acht mitgereisten Sternbuam waren am Punkt. In den ersten beiden Sätzen blieben die Kremstaler ohne Chance und hatten der Energie und der positiven Stimmung im UBL-Gefüge nichts entgegenzusetzen. Im dritten Durchgang folgte dann aber doch eine kleine Schwächephase. Kaum schalteten die Leonfeldner einen Gang niedriger, schlichen sich auch gleich leichte Fehler ein und Kremstal konnte so entscheidende Nadelstiche setzen. Unnötigerweise, aber verdient holten sich die Traunviertler den dritten Satz mit 25:19. Im vierten Durchgang konnte Leonfelden wieder an der starken Leistung der ersten beiden Sätze anknüpfen. Ein Satz, in dem sich die Sternbuam gleich zu Beginn einen beträchtlichen Punkte-Polster erarbeiteten, den sie auch ohne Probleme verwalten konnten, endete mit 25:18.

 

Fazit: Im alles entscheidenden Duell hat die UBL bewiesen, dass die 1. Landesliga doch keine Nummer zu groß für sie ist. Nach vielen schmerzhaften 5-Satz-Niederlagen in dieser Saison tat der volle Erfolg gegen Kremstalvolley richtig gut. In einer geschlossen starken Mannschaftsleistung hat das Team kaum Nerven gezeigt – schließlich mussten drei Punkte her, also zumindest ein 3:1-Sieg. Sehr positiv: Mit unterschiedlichen Aufstellungsvarianten konnte ein sehr bewegliches und teils für den Gegner unberechenbares Spiel aufgezogen werden. Auch kleine, niedrige Hallen gelten künftig nicht mehr als Ausrede für schwache Leistungen, wenngleich so manche Turnringe an der Decke beim Service zu unüberwindbaren Hindernissen werden können.

 

Bericht: Johannes Grüner